Tokio!

Etwas mehr als 9 Millionen Menschen leben in der Japanischen Hauptstadt Tokio (die Agglomeration Tokio-Yokohama umfasst zusätzlich noch ca. 34 Millionen). Für drei Tage war ich einer davon! Gewohnt haben wir in der typisch Japanischen Wohnung meiner Verwandten. Geschlafen haben wir auf Tatami (traditionelle Fussbodenmatte aus Reisstroh) und das Gästezimmer wurde durch eine Schiebetüre vom Wohnzimmerbereich abgetrennt. Eine unvergessliche Reise in eine fremde Kultur. Noch nie begegnete ich so vielen freundlichen Menschen und fühlte mich so sicher im öffentlichen Raum wie in Tokio (Japan gehört zu den sichersten Ländern der Welt). Zudem glaube ich, dass Tokio wohl die sauberste Stadt der Welt ist - dies trotz kaum vorhandener öffentlicher Abfalleimer. Die Japaner nehmen den Abfall zum Entsorgen mit nach Hause.  

Die Reise nach Tokio, für mich ein kulinarisches Highlight. Bereits im Flugzeug gab es sehr feines Asiatisches Essen. In Tokio angekommen, bereitete meine Schwägerin ein traditionelles Abendessen zu und auch an den zwei nächsten Tagen testete ich mich durchs Sortiment (die Japanische Küche bietet weit mehr als "nur" Sushi). Zum Beispiel verschiedenste Nudelsuppen, Tempura (Zubereitungsart frittierte Speisen), eingelegtes Gemüse, Mochi (gedämpfter Klebreis), Gyoza (Japanische Dumplings) und und und...
Gegessen wird immer mit Stäbchen & das Leitungswasser kann man problemlos trinken. Trinkgeld ist in Japan nicht üblich (gilt sogar als Beleidigung). Früchte sind extrem teuer (1 Pfirsich - nicht importiert - kostet ca. CHF 4.-). Automaten stehen an jeder Strassenecke und verkaufen eine grosse Vielfalt an Produkten (Getränke, Fertigspeisen, Glace...). 

Unterwegs waren wir mit der U-Bahn / Strassenbahn. Zum Glück haben wir hier nie eine richtige "rush hour" erlebt und wurden wie Sardinen in den Wagon rein gedrückt. (Die U-Bahn in Tokio ist mit jährlich 3,1 Milliarden Fahrgästen das am stärksten in Anspruch genommene U-Bahn System der Welt).  

Tokio bietet grosse Unterhaltung. Ein Samstags-Ausflug nach Shibuya oder Harajuku lohnt sich definitiv. Viele junge Leute laufen hier am Wochenende, für uns, "verkleidet" umher (sehr grell und "Punk-Style mässig". Wer nach diesem Tumult etwas ausspannen möchte, besucht den nahegelegenen Park. 

ein paar Japanische Fakten zum Sozialen Verhalten: 

+ Benimmt sich ein Kind unartig, tun die Eltern oft so, als hätten sie dies nicht bemerkt. Will das Kind die Aufmerksamkeit seiner Eltern zurück gewinnen, muss es sich erst artig benehmen. 
+ Bei Geschenken ist die Verpackung oft genau so wichtig wie der Inhalt. Aus diesem Grund haben die Japaner auch die Kunst des Verpackens auf einem hohen Niveau entwickelt
+ Händeschütteln ist in Japan unüblich. Stattdessen verbeugt man sich. Aber aufgepasst, auch hier gibt es unterschiedliche Arten (verschiedene Bedeutungen). 
+ Direkter Blickkontakt ist zu vermeiden, wird als Starren betrachtet. 
+ Tiefere Gefühle zeigt man in Japan selten. 
+ Küssen in der Öffentlichkeit ist verpönt. 
+ Japaner gelten als Arbeitsvolk. So verzichten nach wie vor viele Angestellte auf den ihnen zustehenden Jahresurlaub aus Loyalität zum Unternehmen und den Kollegen, die dann die anfallende Arbeit mit erledigen müssten.